Wenn aus "Marilyn" eine "Bärilyn" wird

Kunst aus Gummibärchen von Johannes Cordes ab Donnerstag
in der Hugenottenhalle in neu Isenburg zu sehen / Workshop
für Kinder

Offenbacher Post, 08.08.2006

Neu-Isenburg (fel) * Es ist eine mühsame und Zeitaufwendige Arbeit: Stück für Stück färbt Johannes Cordes die bei Kindern wie Erwachsenen so beliebten Gummibärchen ein, klebt und konserviert sie mit einer eigenen, zusammen gemischten Tinktur für die Ewigkeit. Pro Bild brauche ich dafür zwischen 100 und 300 Arbeitsstunden", sagt der aus dem Norden stammendem Künstler, der mit seiner außergewöhnlichen Idee für Schlagzeilen in der deutschen Kunstszene sorgt.

Ab diesem Donnerstag, 10. August sind seine Gummibärchenwerke endlich auch in Neu Isenburg zu bestaunen, in der Ausstellung "Bärilyn & Co" im Foyer der Hugenottenhalle. Hunderte, gar unzählige Werke hat er mit den Gummibärchen bereits entworfen. Und stetig werden es mehr. Arbeitsmaterialien sind dabei neben Farben, Klebstoff und Holz für die Unterlage einzig und allein die vielen kleinen , roten, gelben, grünen und weißen Gummibärchen, die er sich Kiloweise anschafft, um immer neue Motive kreieren zu können.

Bis zum Ausstellungsbeginn hat Cordes noch alle Hände voll zu tun. "Gerade sind die fertigen Werke erst aus Stuttgart von einer Ausstellung gekommen". Sagt der Künstler, "und bis Donnerstag muss ich noch ein Bild vollenden." In der Hugenottenhalle zeigt er dieses Mal vor allem Pop-Art-Motive, etwa von Roy Lichtenstein oder Andy Warhol. Zu den Interessantesten Motiven zählt zweifellos Warhols "Marilyn", die der Künstler seiner Gestaltung entsprechend passender Weise in "Bärilyn" umbenannt hat, und die in verschiedenen Farbausführungen zu sehen sein wird.
Zu den Exponaten gehören aber auch Collagen und Portraits von bekannten Künstlern, darunter dem spanischen Surrealisten Salvador Dalì, der zu den Lieblingen von Cordes zählt, Objektkästen für die Wand, die unterschiedliche Thematiken behandeln, und andere Persönlichkeiten wie Mickey Mouse.
"Am Anfang haben meine Freunde gedacht, ich sei verrückt, als ich Ihnen von meiner Idee mit den Gummibärchen erzählte", erinnert sich Cordes. Doch das Ergebnis seiner Arbeit und vor allem der Erfolg sprachen für Ihn. Das erst Mal zeigte er die Gummbären-Werke auf der Ambiente 2003. "Dort bin ich dann auch gefragt worden, ob ich Interesse habe als Nebenaussteller an einer großen Ausstellung teilzunehmen. So kam es dann auch zur Hommage an Dalì, dem zu Ehren seines 100.Geburtstags im Jahr 2004 im Schloss Bruchsal die Größte europäische Ausstellung organisiert wurde. Mit dabei war damals auch Cordes mit verschieden Hommagen, unter anderem der "Salvabär" und andere Arbeiten.

Durch die deutschlandweite Beachtung der ungewöhnlichen Arbeiten von Cordes, wurde bald auch die Firma Haribo auf den gelernten Schriftsetzer und Autodidakten aufmerksam. "Die Familie Riegel, die die Firma führt, war von meiner Idee sehr angetan", meint Cordes. In einer Auftragsarbeit hat er dann auch die gesamte Familie in Gummibärchen-Form portraitiert.

"Immer wieder beeindruckt zeigt sich Cordes, der selbst nur ungern über sich spricht und eher zu den bescheidenen Künstlern gehört, von der großen Resonanz des Publikums auf seine Arbeiten: "Egal wer vor den Bildern steht, ob Kind oder Erwachsener, welche Kunstrichtung sie auch immer mögen, sie finden die Werke einfach beeindruckend."

Einmal sei er gefragt worden, ob es tatsächlich all die Farben auch bei den Haribo-Bärchen gibt. "Natürlich ist das nicht so, ich färbe sie immer wieder selbst ein, so wie ich sie brauche." Damit Ende der Ausstellung auch kein Gummibärchen fehlt, verweist Cordes darauf, dass die hart gewordenen Gummibärchen längst nicht mehr essbar sind. " Durch meine Speziallackierung werden sie nicht nur konserviert und vor Lebensmittelschädlingen geschützt, sondern erhalten darüber hinaus auch noch einen ganz eigen Glanz und einen glasartigen Charakter.

Die Ausstellung in der Hugenottenhalle beginnt am Donnerstag, 10. August, um 19.00 Uhr und dauert bis zum 20. August. Öffnungszeiten sind täglich von 9 bis 21 Uhr. Danach sind die Arbeiten auch noch im Atelier des Künstlers zu sehen.

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